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Gunting

Der Weiler Gunting ist schon seit der Jungsteinzeit dauerhaft besiedelt. Lesefunde aus verschiedenen Zeitepochen und Bodendenkmäler weisen dies deutlich aus. Belege dafür finden sich im Artikel Geschichte.

Der Name Gunting

Gunting taucht urkundlich schon um 750 im Verzeichnis der Schenkungen des Herzogs Odilo an das von ihm gegründete Kloster Niederalteich auf und heißt Cummvntinga. Die Namensdeutung lautet „bei den Angehörigen des Cunimunt“. Um 1050 taucht der Name Cuntingen in einer Schenkung des Hartmann von Feldkirchen (der zum Gefolge der Domvögte zu zählen ist) durch Schenkungen in Matingen (Matting), Penning (Pönning) oder Kleinpönning, Cuntingen (vermutlich Gunting), auf. Vor 1250 u. 1253 sind die Namen Guntinge, 1274 Cuntingen (Cumtingen) und 1381 Gunting belegt.

1390 werden zwei Höfe als Eigentum des Deutschen Ordens in Regensburg genannt, vgl. Freundorfer, Historischer Atlas von Bayern, Heft 32, S. 276.

Im Salbuch der Stadt Straubing von 1537 werden die vier damals bestehenden Höfe in Gunting und ein Teil ihrer Abgaben aufgeführt. Seit 1536 gehörte Gunting wie auch Pönning als Hofmark zur Stadt Straubing. Heute gibt es im Weiler Gunting 8 Häuser / Höfe. Die beiden Höfe Hs Nr 2 und 5 waren 1537 die ältesten. Der eine Hof war der Hof auf dem Weiher, dem Khumeter / Deutschordenshaus in Regensburg zuegehörig, die ehemalige Hs Nr. 37, heute Hs Nr. 5 (Er gibt 11 Metzen an den Schmied.). Der 2. Hof war der Mitterhof zu Guntting, auch dem Khumeter zugehörig, die ehemalige Hs Nr. 35, heute Hs Nr. 2 (Er gibt ebenfalls 11 Metzen.).  Beim dritten Hof handelt sich um den Hof der zum Gottshaus Tallkürchen/Perkam gehört (Er gibt 6 Metzen.) und der 4. Hof das Gueth so zum Gotzhaus Mötting/Metting gehört (Er gibt 6 Metzen.). Beide zusammen bilden die spätere ehemalige Hausnummer 38, heute Hs Nr. 8.

Im Jahre 1752 ändert sich die Situation. Im Besitzverzeichnis der Conskription werden die vier Guntinger Höfe anders verzeichnet:  Das Deutsche Haus in Regensburgzu 3/4 E Hans Eiglsperger (Hs Nr. 5), 3/4 E Benno Limpruner (heute Hs Nr. 2), Gotteshaus Metting 1/2 E Pätt und Gotteshaus Perkam 1/2 E Zubau zu Pätt (heute Hs Nr. 8) und Gotteshaus Metting 1/16 E, der Hetzkoferhof (Hs Nr. 3 (frühere Hs Nr. 34). (Er ist neu im Kataster und vermutlich ein Ausbruch aus dem Pätthof (Gotteshaus Metting).

Der Katasterplan von Gunting aus dem Jahr 1804 zeigt, dass Gunting aus 6 Anwesen bestand. Der Hof Gunting 8 (vorher Hof 38) stand an anderer Stelle (weiter südlich als heute).  Das Anwesen Hs Nr 39 war das Hirtenhaus, das 1924 abgerissen wurde. Der Hof Gunting 4 (früher Hs Nr 36) wurde nach Südosten verlegt. Die heutigen Häuser 1, 1a und 6 wurden später erbaut. Auch die Straßen verliefen zum Teil anders. (Die Karte, die dies zeigt, zeigt deutliche Faltlinien.) Zwischen Gunting 38 und dem Reisberger Hof waren die beiden Weiher, einer davon ist auf der Karte eingezeichnet, die eine zeitliche und räumliche Bestimmung des Hofes Gunting 5 (vorher Hs Nr 37) ermöglichten. Hof Nr 2 (früher Hs Nr. 35) blieb unverändert, wie auch Hof Nr 3 (frühere Hs Nr. 34, der Hetzkoferhof). Auffällig ist, wie weit der Wald inzwischen abgeholzt wurde.

Der Katasterplan von Gunting aus dem Jahre 2004 

 

Der Weiler Gunting mit seinen 6 Höfe und 2 Wohnhäusern; Maßstab 1:5000
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Gunting Nr. 1

früher Hs Nr. 40. 1911 Neubau eines Hofes durch die Familie Danhauser, ca 9 ha Ausbruch aus dem Hof Gunting Nr. 2. 1931 Haindl Josef ersteigert das Anwesen.  1931 Kauf durch die Vorfahren der heutigen Besitzerfamilie.

Gunting Nr. 1a

1994 Wohnhausbau

Gunting Nr. 2

früher Hs Nr. 35, 1390 Deutsches Haus in Regensburg (= Hof des Deutschen Ordens), 1537 „Der Mitterhof zu Guntting, auch dem Khumeter zuegehörig in Regnspurg“, 1410 wird ein Kunrad Mittermaier zu Guntingen genannt, 1616 wird Mathes Mittermair, Bauer zu Gunting genannt, 1752 „Deutsches Haus in Regensburg 3/4 E Benno Linpruner“, 1808 Veit Freymüller, der 3/4 Freymüllerhof. mit 135 Tagwerk.  Bauer Johann Gerl heiratet 1818 die Witwe Theresia Amman und übernimmt den Hof. 1877 Neubau. 1896 kaufen Johann Sturm und Georg Huber den Hof von Johann und Helene Gerl. 1896 tauschen Mathias und  Maria Ammer diesen Hof gegen ihren in Trifftlfing ein. 1902 erhalten Josef und Maria Danhauser von der Stiefmutter des Josef Dannhauser, der Maria Ammer, den Hof. In der Hochzeitsnacht brennen Stall, Stadel und Schuppen ab 1912 Verkauf des Hofes an Sebastian und Maria Reif. Vorher haben Josef und Maria Danhauser ein neues Anwesen in Gunting gebaut und einen Teil der Felder mitgenommen. 1932 Zuschlag an die Bezirkssparkasse Straubing. 1932 Kauf, heute noch im Besitz der Familie. Neubau des Wohngebäudes und des Hofes, Neubau einer Kapelle. Wie alt der Hof wirklich ist, lässt sich nicht durch die bekannten Urkunden belegen.

Gunting Nr. 3

früher Hs Nr. 34, 1752 „Gotteshaus Metting 1/16 E“, „1803 Franz Hetzkofer, 1/16 E“, 1808 Kaspar Hetzkofer, 1819 Lorenz Roßmaier. 1823 heiratet der Zimmermann Joseph Beck die Witwe Anna Maria Roßmayer, sie führt das Anwesen mit 15 Tagwerk bis ihr Sohn Johann Roßmaier 1862 übernimmt. 1889 übernimmt die Witwe Franziska das Anwesen, 1890 übernehmen Jakob und Maria Roßmaier das Anwesen,  Dieser Hof scheint ein Ausbruch aus dem Wimmerhof, einem Teil des heutigen Hofes Nr. 8 in Gunting zu sein. 1917 kauft die Darlehenskassenverein Alburg das Anwesen, im selben Jahr Kauf durch die Vorfahren der heutigen Besitzerfamilie. Neubau des Wohnhauses.

Gunting Nr. 4

früher Hs Nr. 36, „1818 Jakob Apfelböck, Schumacher“, einem Ausbruch aus dem jetzigen Hof, Gunting Nr. 2. 1841 von Alois Beer (auch Perr geschrieben) mit 8 Tagwerk für einen Hof in Rain eingetauscht. 1879 Neubau. 1894 durch Georg Sennebogen von der Witwe Anna Pärr gekauft. 1895 von Ignatz Grünhut und Isaak Burger gegen ein Anwesen in Pilling eingetauscht. 1907 von den Vorfahren der jetzigen Besitzer gekauft, 2002 Wohnhausneubau.

Gunting Nr. 5

früher Hs Nr. 37, „1390 Deutsches Haus in Regensburg (= Hof des Deutschen Ordens)“, „1537 Hof auf dem Weiher dem Khumeter in Regensburg zuegehörig“, „1752 Deutsches Haus in Regensburg 3/4 E Hans Eiglsperger (Er besaß auch das Frauenhölzl zwischen Pönning und Gunting.)“ Seit 1687, nach dem Wappen seit 1669, im Besitz der Familie. 1843 umfasste der Hof 196 Tagwerk. 1918 heiratet ein Vorfahr der jetzigen Hofbesitzer die Witwe Therese Eiglsperger. Auch hier ist nicht zu belegen, wie alt der Hof wirklich ist. Einer der beiden Höfe Nr. 2 oder Nr. 5 muss der im Niederalteicher Verzeichnis genannte Hof sein, der um 750 bestand.

Gunting Nr. 6

früher Hs Nr. 39, 1969 Wohnhausbau.

Gunting Nr. 8

Früher Hs Nr. 38, „1537 Hof zum Gotzhaus Tallkürchen (= dem Gotteshaus Perkam) gehörig und Vom Gueth so zu dem Gotzhaus Mötting (= dem Gotteshaus Metting) gehört“, 1752 Gotteshaus Metting 1/2 E Pätt und Gotteshaus Perkam 1/2 E  (Zubau zu Pätt, dieser Hof wurde auch Wimmerhof genannt). Dieser Hof bestand also aus zwei Teilen und umfasste 180 Tagwerk. 1808 wird der Hof als „Der ganze Artmannhof“ bezeichnet. Der Hof stand früher weiter südlich. Wann der Hof von der Artmannfamilie an die Familie Klingers ging, ist nicht zu belegen. 1827 heiratet ein Vorfahr der heutigen Besitzerfamilie die Witwe Anna Maria Klingers. Seither im Besitz der Familie. Ob dieser Hof aus zwei Teilen älter als 1537 ist, ist nicht zu belegen.

(Das Gemeindehirtenhaus wird erstmals im Jahre 1808 erwähnt. 1818 lebte dort der Hirte Jakob Walzer. Das Hirtenhaus wurde 1924 abgebrochen.

(Kirchlich gesehen gehört Reisberg seit 1839 zu Pönning, politisch nach Haindling.)

© 2019 Thomas Semmler